Künstliche Befruchtung IVF/ICSI

Eine künstliche Befruchtung durch eine In vitro-Fertilisation (IVF) oder unter zusätzlicher Verwendung der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) kommt zum Einsatz, wenn zum Bespiel die Eileiter verschlossen sind, die Spermienqualität hochgradig eingeschränkt ist oder wenn mehrere „einfache“ Behandlungen erfolglos durchgeführt wurden.


Der Ablauf einer künstlichen Befruchtung

Üblicherweise stimulieren Sie die Eierstöcke mit Hormonen in der ersten Zyklushälfte. Wenn die Eibläschen bis zur Zyklusmitte ausreichend herangereift sind, erfolgt eine Eisprunginduktion mit einer sogenannten „Auslösespritze“ 35-37 Stunden vor der Eizellentnahme. Die Eizellen werden unter Ultraschallsicht von vaginal mit einer feinen Nadel aus den Eierstöcken entnommen und anschließend im Labor befruchtet.

Die Eizellen werden in einem Reagenzglas mit den Spermien zusammengebracht (IVF) und die Befruchtung findet so zwar außerhalb Ihres Körpers, aber auf natürliche Weise statt. Diese Methode wenden wir zum Beispiel bei verschlossenen Eileitern, Endometriose oder hormonellen Störungen an. Für eine IVF sollte eine gute Spermienqualität vorliegen. Die Spermienabgabe erfolgt mittels Masturbation Zuhause oder in unseren Räumlichkeiten im Andrologiebereich. Bitte beachten Sie eine Karenzzeit von 2-5 Tagen!

Wenn das Spermiogramm stark eingeschränkt ist, wird ein einzelnes Spermium mittels einer Mikropipette unter dem Mikroskop in die Eizelle injiziert (ICSI). Die ICSI empfehlen wir leitlinienkonform, wenn Anzahl, Beweglichkeit oder Form der Spermien unter einen bestimmten Normwert liegen.

Für beide Verfahren sind reife Eizellen notwendig. Von diesen lassen sich im Rahmen der IVF- oder ICSI-Behandlung laut der aktuellen Daten des Deutschen IVF-Registers (DIR®) durchschnittlich 91-94% befruchten. In jedem Fall sehen wir am nächsten Tag bei wie vielen Eizellen die Befruchtung erfolgreich war. Der Embryotransfer, die Rückübertragung des Embryos in die Gebärmutter, findet zwischen dem 2. und 5. Tag nach Eizellentnahme statt.

Der Embryotransfer – kurz und schmerzlos

Für den Embryotransfer sollten Sie ungefähr eine halbe Stunde einplanen. Sie können den Vorgang mit einer gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung vergleichen. Mittels eines sehr feinen Katheters erfolgt die Platzierung des Embryos in die Gebärmutterhöhle, wo der Embryo auch unter physiologischen Bedingungen nach Verlassen des Eileiters angelangt wäre.

Die Einnistung unterstützen Sie durch eine Gelbkörper-Substitution weiter. Zwei Wochen nach der Eizellgewinnung kann dann ein Schwangerschaftstest erfolgen.

Falls eine Azoospermie (kein Nachweis von Spermien im Ejakulat) vorliegt, kann ggf. eine ICSI mit Gewebeproben aus dem Hoden (TESE) durchgeführt werden. Die Befruchtungsraten sind hier etwas niedriger als bei der herkömmlichen ICSI.

Hinweis: Beide Verfahren haben ihre Indikationen und bei richtiger Indikationsstellung ist keines dem anderen in Bezug auf die Schwangerschaftsrate überlegen. Wir beraten Sie gerne ganz individuell im Hinblick auf Ihre persönlichen Voraussetzungen und Vorstellungen um die Chancen für Ihren Kinderwunsch zu optimieren.

Verständlicher Weise ist es ein „komisches“ Gefühl, das Erbmaterial „weg“ zu geben.
Wir im Prinzenpark arbeiten zusätzlich noch mit dem IMT Matcher System, für das derzeit beste Maß an Sicherheit.

TESE – Testikuläre Spermienextraktion

TESE steht für die Entnahme von Hodengewebe zur Gewinnung von Spermien (testikuläre Spermienextraktion), falls im Ejakulat keine beweglichen Spermien nachgewiesen werden konnten. Mögliche Ursachen sind Schädigungen des Hodens durch Krankheiten, durch Medikamenteneinnahme, Anabolikamissbrauch oder aber auch eine Veranlagung. Auch bei Ejakulationsstörungen (z.B. bei einer Querschnittslähmung) und nach vorangegangener Sterilisation des Mannes kann eine TESE erforderlich sein.

TESE, das ist die Entnahme von Hodengewebe zur Gewinnung von Spermien, wenn im Ejakulat nur sehr vereinzelt bis gar keine Spermien nachgewiesen werden konnten. Die Abkürzung steht für testikuläre Spermienextraktion.

Bei 60-70% der betroffenen Männern lassen sich auf diese Weise noch Spermien für eine ICSI-Behandlung gewinnen. Die Entnahme erfolgt bei einem Urologen Ihrer Wahl oder unseren Kooperationspartnern, Drs. D. Betz und J. Jungklaus, die über eine langjährige Expertise verfügen und die nötigen Voraussetzungen für die Entnahme und den Transport für Sie vorhalten.

Der Eingriff erfolgt ambulant und in einer Kurznarkose. Dabei werden reiskorngroße Gewebsproben entnommen, die in unserem Labor weiter fachkundig aufbereitet werden. Natürlich erfolgt unmittelbar eine Qualitätsbeurteilung. Die Proben werden portioniert kryokonserviert. Die Lagerung der Proben geschieht ohne Qualitätsverlust bis Sie bereit für eine Kinderwunschbehandlung sind.


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